Andreas Goldthau

Marktorientiert, sicher, nachhaltig. Die G7 kann und sollte aktiv zu einer globalen Energieordnung beitragen

Andreas Goldthau und Kirsten Westphal. Marktorientiert, sicher, nachhaltig. Die G7 kann und sollte aktiv zu einer globalen Energieordnung beitragen. Internationale Politik, Juli/ August 2015 110-115

Abstract

Oft ist die G7 als Club aus einer Zeit kritisiert worden, als die Welt noch dominiert war vom Westen und seinen globalen Institutionen. So auch im Vorfeld des diesjährigen Treffens der sieben wichtigsten Industrieländer in Elmau. Das neue Jahrtausend, so wird argumentiert, sei nun multipolar und nicht mehr hegemonial westlich; in jedem Fall sei die Welt nun deutlich „asiatischer“. Inklusivere Formate wie die G20, alternative Clubs wie die BRICS und neue internationale Finanzinstitutionen außerhalb westlicher Dominanz wie die Asiatische Entwicklungsbank spiegelten diesen Wandel bereits wider. Die G7, so die gängige These, habe in dieser neuen Welt keinen rechten Platz mehr. Als Institution und in ihren Antworten auf Fragen globaler Sicherheit sei sie ebenso überholt wie in ihrer Reichweite eingeschränkt. Der Ruf nach einer Neuordnung globaler Governance-Formate ist legitim. Er ist Ausdruck des Interesses aufstrebender Staaten wie China, Indien oder Brasilien, im Konzert der Mächte vertreten zu sein, und zeigt die Notwendigkeit, die Architektur internationaler Institutionen dementsprechend anzupassen – auch im Energiebereich. Allerdings offenbart sich hier auch ein veritabler normativer Konflikt um die Zukunft globaler Ordnung. Der Aufstieg wirtschaftlicher Schwergewichte aus Asien und Südamerika
lässt eine Auseinandersetzung zutage treten, die im Kern die Frage von Staat versus Markt berührt. Es zeichnet sich mithin ein Wettbewerb zwischen
unterschiedlichen und nur begrenzt kompatiblen Ordnungsmodellen ab, der die Zukunft der globalen Energiesicherheit mitbestimmt. Hier hat die
G7 eine wichtige Rolle zu spielen. Sie aus ihrer Verantwortung zu entlassen, wäre kurzsichtig. Read the piece.

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